INVASION in Berlin und in Buenos Aires
Risiko in beide Richtungen
Wir waren im Wolf Kino in Berlin mit einer Auswahl zu Gast, die das Wagemutigste der argentinischen Filmproduktion der letzten beiden Jahre versammelte — eröffnet mit „Flora no es un canto a la vida“ von Iair Said, gefolgt von einer Verkostung argentinischer Weine und Spezialitäten mit Live-Musik. Nach den Vorführungen gab es Filmgespräche, zum Abschluss eine Poesie-Performance gemeinsam mit der Latinale: Teddy Williams zeigte „Parsi“, Mariano Blatt las aus seinem Werk.
In Buenos Aires zeigte INVASION gemeinsam mit dem Kulturministerium (Complejo Teatral de Buenos Aires), der Fundación Cinemateca Argentina, dem Goethe-Institut Buenos Aires und dem Festival von Mar del Plata die Reihe „Tres cineastas berlineses: Heise, Schanelec, Hartmann“ — vom 21. bis 24. November in der Sala Leopoldo Lugones.
Thomas Heise, geboren 1955 in Ost-Berlin, begann 1975 als Regieassistent im DEFA-Studio und studierte an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg. Angela Schanelec, geboren 1962 in Süddeutschland, ist Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin; sie studierte Schauspiel in Frankfurt am Main und Regie an der DFFB. Anna Sofie Hartmann, geboren 1984 im dänischen Nakskov, studierte ebenfalls Regie an der DFFB; ihr Abschlussfilm „Limbo“ lief 2014 in San Sebastián.

Die Filme
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Flora no es un canto a la vidaIair Said, 2019, 65 Min.
Der Regisseur begleitet über Jahre seine Tante Flora, die sich weigert, ihre Krankheit zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen. Ein Film über Familie, Humor und das Recht, nicht tapfer sein zu müssen.
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El silencio es un cuerpo que caeAgustina Comedi, 2017, 75 Min.
Nach dem Tod ihres Vaters sichtet die Regisseurin seine Filmrollen und stößt auf ein Leben, von dem sie nichts wusste: seine schwule Vergangenheit in Córdoba vor ihrer Geburt.
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Método LivingstonSofía Mora, 2019, 76 Min. — mit Q&A
Der Architekt Rodolfo Livingston baut Wohnungen um, indem er zuerst zuhört. Der Film folgt seiner Methode von der ersten Frage bis zum fertigen Grundriss.
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De nuevo otra vezRomina Paula, 2019, 84 Min.
Die Regisseurin spielt sich selbst: eine Frau, die mit ihrem kleinen Sohn zurück zur Mutter zieht und dort zwischen Erinnerung, Deutsch-Unterricht und neuer Verliebtheit steht.
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Años LuzManuel Abramovich, 2017, 72 Min. — mit Q&A (Abramovich & Alan Pauls)
Ein Blick hinter die Dreharbeiten von Lucrecia Martels „Zama“: die Regisseurin bei der Arbeit, das Warten, die Hitze, die Präzision. Ein Film über das Filmemachen selbst.
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Las FacultadesEloísa Soláas, 2019, 82 Min. — mit Q&A
Studierende der Universität Buenos Aires legen mündliche Prüfungen ab. Der Film beobachtet, wie Wissen unter Druck aussieht — und was dabei mit den Menschen passiert.
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ParsiE. Williams & M. Blatt, 2018, 23 Min. — mit Latinale-Poetry-Performance
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Blue BoyManuel Abramovich, 2019, 19 Min.
In einer Berliner Bar arbeiten rumänische Sexarbeiter. Sie hören Aufnahmen ihrer eigenen Stimmen und blicken dabei in die Kamera — ein Porträt in Blickkontakt.
