Die schönen Frauen
Melisa Liebenthal, 2016, Arg, 77 min, OmeU

Synopsis

Die Regisseurin interviewt vor der Kamera fünf Freundinnen ihrer Kindheit. Während sie Fotos von Schulbällen oder in Verkleidung anschauen, sprechen sie über ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen und beschäftigen sich mit der Frage, was es in verschiedenen Momenten ihres Lebens bedeutete, zum weiblichen Geschlecht zu gehören. Diese Geschichten, die in einer vertrauensvollen Atmosphäre vor der Kamera erzählt werden, kontrastieren mit den Erfahrungen der Regisseurin, die anhand von Fotos aus dem Familienalbum und Heimvideos sowie mittels einer Voice-over-Erzählung (re)konstruiert werden. Diese Wechselbeziehung von Erfahrungen fungiert als Terrain, um humorvoll und offen über die Konstruktion der Geschlechter nachzudenken und zu versuchen, ihre Vorschriften und Verbote, insbesondere jene, die mit dem Bild verbunden sind, aufzulösen.

Warum muss ich lächeln? Warum muss ich auf Fotos hübsch aussehen? Warum werde ich für einen Mann gehalten? Warum ist der Blick des anderen so wichtig?

Die Regisseurin über die Idee zu Die schönen Frauen:

Die Idee zu diesem Projekt entstand durch das Betrachten von Bildern meiner Kindheit und Jugend. In der Entwicklung meines eigenen Bildes im Laufe der Jahre konnte ich sehr deutlich den Übergang oder Bruch zwischen Kindheit und Pubertät ausmachen: vom Lächeln eines Kindes zum Gesicht eines Teenagers, der sich in seiner Haut sehr unwohl fühlte. Hinter diesem Ausdruck der Unzufriedenheit und letztlich des Schmerzes stand eine Geschichte voller Unsicherheit, die für mich mit der Last der Weiblichkeit oder des „Frauseinmüssens“ zusammenhängt, konstruiert aus externen Bildern und Geschichten, mit denen ich mich identifizieren sollte, die mir aber letztlich völlig fremd waren.

Credits

Argentinien, 2016
77 min.
Regie: Melisa Libenthal
Buch: Melisa Libenthal
Kamera: Lucas Perez Sosto
Schnitt: Sofía Mele & Melisa Liebenthal
Darsteller/innen: Camila Magliano, Michelle Sterzovsky, Josefina Roveta, Sofía Mele, Victoria D’Amuri
Produktion: Eugenia Campos Guevara, Gentil Cine

Festivals & Filmpreise

International Film Festival Rotterdam 2016 / BRIGHT FUTURE AWARD
BAFICI 2016/ MEJOR DIRECTORA DE LA COMPETENCIA ARGENTINA
Asterisco Festival Internacional de Cine LGBTIQ 2016 / MEJOR PELÍCULA
Filmadrid 2016 / Competencia Oficial
Edinburgh 2016 / Competencia Documental
Festival Internacional de Cine de Medellín 2016
Seattle International Film Festival 2016 / Competencia Iberoamericana Festival Internacional de Cine de Mar del Plata / Panorama Argentino Torino International Film Festival / Competencia Oficial
FIDOCS / Panorama
Festival Internacional de Cine de Cali / Panorama
Queer Lisboa / Competencia Queer Art
Festival Internacional de Cine de Lima / Competencia Oficial